In wenigen Schritten zum perfekten Markennamen

Ihr Produkt ist fertig und reif für den Markt, doch ein passender Markenname fehlt noch? Aufgepasst! Der richtige Name ist einer der wertvollsten Bestandteile einer Marke. Er hilft Ihnen, sich von anderen Marken abzugrenzen und Ihre Bekanntheit zu steigern.

Die Wahl des richtigen Markennamens kann zugleich aufregend, aber auch eine mühsame Aufgabe sein. Es gibt viele Angebote, die versuchen, Ihnen bei der Entscheidung zu helfen. Immer mehr AI-gesteuerte Tools generieren selbst Namensvorschläge und prüfen gleichzeitig verfügbare URLs. Diese Tools können beim Brainstorming durchaus hilfreich sein, ersetzen allerdings nicht unsere Kreativköpfe. Es ist wichtig, einen Markennamen bewusst auszuwählen und zu wissen, wie er auf andere wirkt.

Wie finden Sie einen Namen, der zu Ihrer Marke passt? Einen Namen, an den man sich erinnert, der im Gedächtnis bleibt? Einen Namen, der auch auf einem Webbanner gut aussieht und ganz praktisch gedacht, auch eine verfügbare URL hat?

Mit unseren Tipps finden Sie in wenigen Schritten den perfekten Namen für Ihre Marke!

Was macht einen guten Markennamen aus?

Fangen wir erstmal mit der Grundlage an. Es gibt viele Theorien und Studien darüber, was einen guten Namen ausmacht. Eine Studie der University of Alberta aus dem Jahr 2010 ergab beispielsweise, dass Verbraucher*innen sich eher an Marken mit „rhythmisch strukturierten“ Namen erinnern, wie z. B. Coca-Cola, Kit Kat und Jelly Belly.

Eine Zauberformel für den idealen Markennamen gibt es leider nicht, aber es gibt typische Merkmale, die es sowohl Ihnen erleichtern, den passenden Markennamen zu finden, als auch anderen Menschen erleichtern, sich den Namen zu merken. Denn das ist besonders wichtig! Ihr Markenname sollte folgende Kriterien erfüllen:

Bedeutungsvoll:
Der Name kommuniziert Ihren Markenkern, erzeugt ein Bild und kultiviert eine positive emotionale Verbindung.

Unverwechselbar:
Er ist einzigartig, einprägsam und hebt sich von Ihren Mitbewerbern ab.

Zugänglich:
Jeder kann ihn leicht interpretieren, aussprechen, buchstabieren oder googlen (auch wenn Sie einen ungewöhnlichen oder bizarren Namen haben, muss er verständlich sein).

Schützbar:
Toller Name, aber jetzt soll den auch bitte niemand wegnehmen! Sie können den Namen als Marke schützen lassen und dafür die Domain erhalten. Somit bleibt er auch Ihr Name.

Zukunftssicher:
Der Name kann mit Ihrem Unternehmen wachsen und Relevanz behalten - und für verschiedene Produkte und Erweiterungen angepasst werden.

Visuell:
Sie können den Namen durch ein stimmiges Design fühlbar machen, einschließlich Icons, Logos, Farben, etc.

Diese nützlichen Kriterien helfen Ihnen, Markennamen treffend zu beurteilen. Ob der gewählte Name dann auch zum Erfolg führt, bestimmt Ihre Zielgruppe.

Klingt noch zu abstrakt? Okay, dann machen wir es jetzt konkret. Hier kommt unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung. Diese wird Ihnen helfen, Ihre Entscheidung zu treffen.

So finden Sie den richtigen Markennamen

Schritt 1: Artikulieren Sie Ihren Markenkern

Bevor Sie Ihrem Unternehmen einen Namen geben, müssen Sie wissen, wer Sie sind und was Sie erreichen wollen. Um dies zu tun, müssen Sie den Kern und die Werte Ihrer Marke kennen und artikulieren können. Stellen Sie sich folgende Fragen:

- Warum gibt es Sie? Welchen Mehrwert bietet Ihr Produkt?
- Welche Zukunft wollen Sie mitgestalten? Wie sieht Ihre Zukunft aus?
- Wozu sind Sie hier? Wie schaffen Sie diese Zukunft?
- Nach welchen Prinzipien handeln Sie?

Ihre Antworten sollten alle ihre Entscheidungen beeinflussen – einschließlich der Wahl eines Namens.

Schritt 2: Unterscheidungsmerkmale betrachten

Zu verstehen, was Ihre Marke einzigartig macht, ist der Schlüssel zur Findung eines Markennamens. Es wird zahlreiche Aspekte geben, die Sie herausstechen lassen! Was unterscheidet Sie von anderen? Wofür steht Ihre Marke? Das können viele Merkmale sein.

Wenn Sie noch nicht genau wissen, was Sie auszeichnet, ist eine Wettbewerbsanalyse hilfreich. Indem Sie Ihre Konkurrenz im Blick haben, bekommen Sie ein besseres Gefühl dafür, wie Sie sich mit Ihrer Marke abheben können.

Schritt 3: Brainstorming

Jetzt kommt der spaßige (und manchmal auch harte) Teil. Bringen Sie Ihre Stakeholder und Kreativen zusammen und starten Sie ein strukturiertes Brainstorming. Toben Sie sich aus! Spinnen Sie auch mal rum! Mit ein paar Richtlinien oder Bedingungen können Sie vorgeben, innerhalb welchen Rahmens Sie arbeiten wollen. Beginnen Sie diese Diskussionen doch mit bestimmten Aufforderungen oder Übungen.

- Schreiben Sie alle Adjektive auf, die Ihr Produkt/Ihre Dienstleistung beschreiben.
- Beschreiben Sie, was Ihre Kunden fühlen sollen, wenn sie Ihr Produkt/Ihre Dienstleistung nutzen.
- Machen Sie eine freie Assoziation von Wörtern über Ihr Produkt/Ihre Dienstleistung.

Hilfreich ist es dabei, an verschiedenen Kategorien zu denken. Dazu gehören unter anderem:

Gründername:
Ein Name, der auf einer realen oder fiktiven Person basiert, z. B. Ben & Jerry’s oder Tommy Hilfiger.

Beschreibend:
Ein Name, der beschreibt, was Sie tun oder herstellen, wie z. B. Volkswagen.

Erfunden:
Ein komplett erfundener Name oder ein erfundenes Wort, z. B. Kodak oder Xerox.

Metapher:
Mythische, fremde oder bildhafte Dinge, Orte, Menschen, Tiere oder Prozesse, wie z. B. Puma oder Patagonia.

Akronym:
Ein Name, der Initialen oder eine Abkürzung verwendet, z. B. BMW (Bayrische Motoren Werke) oder H&M (Hennes & Mauritz).

Neuschöpfung:
Ein Name, der ein Portmanteau (zwei zusammengesetzte Wörter) oder ein echtes Wort mit einer erfundenen Schreibweise ist, wie z. B. Facebook oder Flickr.

Fordern Sie Ihr Team auf, sich für jede Kategorie einen Namen auszudenken. Wahrscheinlich werden Sie einen Trend oder eine Vorliebe für einen Typus gegenüber dem anderen erkennen.

Schritt 4: Überprüfen Sie Ihren Markennamen

Dies ist der frustrierendste Teil. Es hat keinen Sinn, etwas zu testen, das bereits vergeben ist, also müssen Sie Ihre Favoriten zunächst gründlich prüfen.

Schränken Sie Ihre Brainstorming-Liste auf 15-20 Favoriten ein und suchen Sie gründlich online nach diesen Namen. Schauen Sie auch im Handelsregister und nach eingetragenen Marken. So sollten Sie Ihre Liste auf drei Favoriten reduzieren können.

Schritt 5: Testen, testen, testen

Jetzt wird es spannend! Verbildlichen Sie die ausgesuchten Namen in Form von Logos, Produktverpackungen und Websites und testen Sie deren Wirkung an einer Versuchsgruppe. Sie werden vielleicht überrascht sein, was andere Leute mit Ihren Namen assoziieren.

Nutzen Sie dafür Freunde und Bekannte. Erstellen Sie eine provisorische Website für jeden Namen. Denken Sie daran, identische Texte und dasselbe Layout zu verwenden, damit Sie auch sicher sein können, dass ihre Versuchsgruppe den Namen bevorzugt und keine weiteren Merkmale eine Rolle spielen. Schalten Sie eine Woche lang eine Facebook-Anzeige für Ihre Zielgruppe und sehen Sie, welche Landingpage besser performt.

Wenn Sie diese Übung gemacht haben, sollten Sie einen Spitzenreiter haben. Wenn zwei Namen gleichauf liegen, treffen Sie die endgültige Entscheidung mit Ihrem Team.

Wie Sie Ihre Marke vervollständigen

So, der Name wäre geschafft. Doch es gibt noch viel zu tun. Ihr Markenname ist nur der erste Schritt beim Aufbau einer starken, einprägsamen Identität. Vom Namen über das Messaging bis hin zu Ihrem visuellen Auftritt sollten Sie Ihre Marke gut durchdacht und strategisch angehen. Was ist Ihr Messaging, Ihre Stimme, Ihre Markenpersönlichkeit, Ihr Claim und was sind die Säulen Ihrer Markenbotschaft? Ihr Name sollte sich zu 100% in Ihrer visuellen Identität widerspiegeln. Eine Geschichte hilft Ihnen, Ihre Leistung zu kommunizieren. Es ist wichtig, dass Ihr Name, das Branding und Ihre Leistungen gut aufeinander und auf die Zielgruppe abgestimmt sind.

Puuh, ganz schön viel zu beachten? Keine Sorge! Wir helfen gerne!

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